Wie sie wissen droht die sommersaison mit jedem jahr um ein paar wochen länger zu dauern: bald können wir unsre kinder nicht mehr ohne spezial-uv-anzug am spielplatz schicken, die mücken werden grösser und grösser und saugen mit wachsender gier an unsren adern, ja sogar der bierbauch droht ein eigenleben von sonderlich hartnäckiger überzeugung zu entwickeln.
da bleibt uns nur der traum vom milionenglück, vom grenzenlosen reichtum, vom scheffeln, hinterziehen und herumkommandieren, also das beiseite-geschobene gewissen und die entmündigung jeglicher rücksicht vis-à-vis unsrer früheren überzeugungen zu jazz, gesellschaftskritik und widerstand, um endlich ein leben in saus und braus zu geniessen.
die einen beginnen also zu publizieren, oder melden sich nach 15 jahren nun doch noch fürs phd an, in der hoffnung, die akademie habe noch ein paar krümelchen für sie übrig. die anderen, zu denen selbstverständlich unsre leserinnen und leser gehören – menschen, die selbst in zeiten des schweissausbruches noch etwas würde behalten – suchen nach alternativen wegen zum grossen glück.
wir haben uns in diesen schwierigen zeiten gedanken gemacht und liefern ihnen heute das rezept: fordern sie sogleich auf, die möglichkeit beim schopf zu packen und noch heute in das eigene kind zu investieren: soll es doch fussballspieler werden. ja, sie haben richtig gehört- nach intensiver befragung transkybernetischer systeme sind wir zu dem ergebnis gekommen, dass diese investition auf dauer das grösste geld bringt. einziges problem, man braucht dafür einen sohn oder eine tochter. bestimmt können sie im notfall auch in die nachbarskinder investieren, am besten gleich in mehrere von ihnen. falls sie diesen sport (so wie etliche unter uns) dann doch zu vulgär finden sollten, denken sie daran, den sohn oder die tochter eines reichen westdeutschen industriellen zu entführen. angeblich war 2024 bisher das jahr mit den höchsten lösegeldzahlungen überhaupt – die reichen werden immer reicher und haben immer weniger zeit, wodurch sie gar nicht mehr nach der polizei rufen, sondern noch am selben tag das geld überweisen. falls sie ein paar freunde haben, die wie sie keinen plan aber den traum vom grossen reichtum verfolgen, haben sie die möglichkeit, dieselbe tochter oder denselben sohn gleich zwei oder drei mal pro woche zu entführen. empfohlen werden die familien rund um düsseldorf, münster und heidelberg. jemand hat auch die idee der
unsres bundeskanzlers vorgeschlagen, daraufhin im gefängnis einen bestseller mit dem titel “warum ich…” zu schreiben, doch wären uns die vielen prozesse und pressetermine schlicht zu anstrengend, weshalb wir ihnen zu guter letzt raten, es mit der domestikation eines wilden bären zu probieren.
suchen sie sich ihren treuen gefährten in mähren oder im schwarzwald, erziehen sie ihn zum wahren dandy und erobern sie gemeinsam die gehobene berliner sozietät. im schlimmsten falle können sie mit einem bären immernoch eine bank stürmen, einen polizisten verprügeln oder durch die nächte flanieren, von kneipe zu kneipe, in erwartung der nächsten ausgabe von zum bulle.
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